Besuchsprogramm 2007

Mit dieser Internetpräsenz beteiligen wir uns an dem Projekt NRW: NEUES LERNEN - 2007 und liefern einen Beitrag zum Thema: ”Bildung für nachhaltige Entwicklung” . Im Rahmen dieses Projektes wurde bereits ein Sambiaabend in der Schule organisiert.

 

Am Mittwoch, dem 6. Juni 2007 startete eine 8-köpfige Delegation zu einem Besuch der Schulen in Sambia. Mit im Reisegepäck waren für jede Schule eine Fotovoltaikanlage zur Versorgung von jeweils zwei Klassenräumen mit elektrischer Energie. Die Durchführung des Projektes wurde durch einen großzügigen Förderbetrag der Rütgers-Stiftung ermöglicht. Die Gladbecker Firma Döllken fördert ebenfalls den Austausch 2007 mit einem Sprachkurs “Technisches Englisch”

 

Der Stadtspiegel Gladbeck berichtete am 13. Juni 2007 ausführlich:

 

Reisebericht Sambia 2007

Schulpartnerschaft zwischen der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule Gladbeck und den Partnerschulen in Macha und Mapanza (Zambia)

vom 06.06. – 04.07.2007

      TeilnehmerInnen:

      Precious Musonda vom Livingstone Museum, Julia von Gradowski, Julia Langenberg, Jens Krause,  Alain Biermann, Sarah Christina Grüning und Tim Müller. Auf dem Bild fehlen die begleitenden Lehrkräfte Carmen Shuttlewort und Guntram Seippel

       

      Programmablauf

07.06. – 08.06.2007: Erster Aufenthalt in Lusaka (Gossner Mission)

09.06. – 23.06.2007: Aufenthalt an den Partnerschulen

    • Macha Secondary School (Mädchen)
    • St. Mark´s Secondary School, Mapanza (Jungen)

24.06. – 27.06.2007: Aufenthalt in Livingstone am David Livingstone College of Education

28.06. – 03.07.2007: Zweiter Aufenthalt in Lusaka (Gossner Mission)

 

07.06. – 08.06.2007: Erster Aufenthalt in Lusaka

Unser Anfangsaufenthalt in den Gästehäusern der Gossner Mission bot uns einen sanften Einstieg in den sambischen Lebensalltag, bei dem wir durch Mitarbeiter der Mission liebevoll unterstützt wurden.

Am Ankunftstag lernten wir die Gossner Mission und ihre nähere Umgebung kennen und wurden über die Arbeiten der Gossner Mission in Sambia informiert.

Der zweite Tag begann mit einem Treffen bei der YAZ (Youth Association of Zambia), einer Organisation, die sich um die Belange von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Zambia kümmert. Die Arbeit reicht von der Gesundheitsaufklärung in Schulen (HIV), über die Organisation von Workshops zur politischen Bildung bis hin zur Unterstützung bei der Schul- und Ausbildung in Compounds. Nach dieser Information besuchten wir mit einigen YAZ-Mitarbeitern den Zentralmarkt, wo uns die teilweise immense Armut in der Stadt vor Augen geführt wurde. Dies war nach all den theoretischen Informationen sicherlich eine für die weitere Fahrt sehr eindrucksvolle, bedrückende und prägende Erfahrung.

09.06. – 23.06.2007: Aufenthalt an den Partnerschulen

Wie bei jeder Fahrt unserer Schule war auch in diesem Jahr der zweiwöchige Aufenthalt an unseren Partnerschulen der zentrale Teil unserer Sambiareise. Nachdem wir in Lusaka die Fotovoltaikanlagen abgeholt hatten, die wir in diesem Jahr an den Partnerschulen zur Unterstützung der Elektrizitätsversorgung installieren wollten, fuhren wir mit dem Schulbus der Macha Secondary School zu unseren Partnerschulen in Macha und Mapanza, wo wir sehr herzlich begrüßt und von unseren Lehrer-Gastfamilien, die sich während unseres Aufenthalts rührend um uns kümmerten, liebevoll aufgenommen wurden.

        

In den nächsten Tagen lernten wir die Schule und die nähere Umgebung kennen und besuchten einige Unterrichtsstunden. In diesen erfuhren wir vieles über das sambische Schulsystem und standen Rede und Antwort zu Themen wie Religion, Erziehung, Schulalltag, Politik, Liebe und Beziehungen, Lebensalltag in Deutschland. Das Interesse der sambischen SchülerInnen war in dieser Gesprächsrunde sehr groß.

Den Schwerpunkt unseres Aufenthaltes an den Partnerschulen bildete die Installation von zwei Fotovoltaikanlagen, mit deren Hilfe nun zwei Klassenräume an der Jungenschule und die Assembley Hall an der Mädchenschule mit Licht versorgt werden.Hierzu wurden die Klassenräumen und die Assembley Hall zusammen mit SchülerInnen beider Schulen frisch gestrichen, bevor Leitungen verlegt, Schalter und Lampen angebracht und die Solarmodule auf den Dächern installiert wurden. Finanziert wurde dieses Projekt durch die Rütgers-Stiftung und durch die erfolgreiche Teilnahme am Ideenmacher-Wettbewerb von Thyssen-Krupp und WAZ. Entwickelt und geplant wurden die Anlagen im Rahmen des Technikunterrichts des 11. Jahrgangs der Ingeborg – Drewitz – Gesamtschule (IDG)

              

      

Damit wurde ein Projekt aus dem Jahre 2005 fortgesetzt, denn damals konnten vier Koffer mit Experimentiermaterial an die Partnerschulen überreicht werden. Ziel des Projektes ist es, die Partnerschulen mit der Fotovoltaik vertraut zu machen, um langfristig eine etwas unabhängigere Energieversorgung der Schulen aufzubauen, da Stromausfälle in Sambia zum Alltag gehören. Das Projekt wurde sowohl von den SchülerInnen, als auch von den LehrerInnen mit großem Interesse aufgenommen und soll in den kommenden Jahren fortgeführt werden.

Die Arbeit hat Spaß und auch ein wenig stolz gemacht, denn beim Abschiedsabend in der Assembley Hall der Mädchenschule herrschte Stromausfall, sodass im Schein der Solarbeleuchtung gefeiert werden konnte.Weiterhin haben wir uns intensiv um die Fortsetzung der Bettenbauprojekte an beiden Schulen bemüht, die Fortschritte begutachtet und Fragebögen zum Stand der Projekte bearbeitet. Dieses Projekt wird vom Verein „Solidarität mit Sambia“ finanziert, einem Lehrer-, Eltern- Schülerverein der IDG, der seit 1990 zur Unterstützung der Partnerschulen existiert,.

Selbstverständlich nahmen unsere SchülerInnen regelmäßig an den Freizeitaktivitäten der Schule teil. Sie spielten Volleyball, Fußball und Karten mit den einheimischen SchülerInnen, hörten einheimische und westliche Musik oder zogen miteinander durch die nähere Umgebung.

Bei einigen weiteren Ausflügen, die die Schulen für uns anboten, lernten wir den dörflichen Lebensalltag näher kennen und setzten uns mit Problemen der Wasserversorgung und der Landwirtschaft auseinander, machten uns ein Bild des Unterrichtsalltags der Dorfschulen klar und erfuhren Vieles über die Probleme des Gesundheitswesens, z.B. bei der Malariabekämpfung oder beim Besuch einer Klinik.

Wechselseitige Besuche mit einer jeweiligen Übernachtung an der Jungen- bzw. der Mädchenschule ermöglichten den SchülerInnen die jeweils andere Schule besser kennen zu lernen, was unsere SchülerInnen als Bereicherung empfunden haben.

Gemeinsame Feiern zu Beginn und am Ende rundeten diesen Besuch „bei Freunden“ ab.

 

24.06. – 27.06.2007: Aufenthalt in Livingstone

Der knapp fünftägige Aufenthalt am David Livingstone College of Education (DLCE) gehört seit langem fest zum Programm unserer Reisen. Die regelmäßigen Besuche unserer Delegationen haben dazu geführt, dass auch zwischen dem DLCE und unserer Schule eine freundschaftliche Beziehung entstanden ist.

Wir haben uns ausführlich mit dem landwirtschaftlichen Betrieb des College, in den alle Studenten verpflichtend einbezogen sind, auseinandergesetzt. Das College ist in der Lage, sich durch den eigenen Landwirtschaftsbetrieb fast komplett selbst zu versorgen und durch den Verkauf von Überschüssen noch gewisse Einnahmen zu erwirtschaften. Zudem haben wir uns verschiedene Arbeitsbereiche angesehen, so die Holz- und Metallwerkstatt, die Schneiderei und den hauswirtschaftlichen Bereich.

In Livingstone durften dann aber auch einige touristische Höhepunkte nicht fehlen, bei denen uns immer Lehrer des DLCE begleitet haben. So haben wir die Victoria-Fälle, eine Krokodilfarm, den Mosi oa Tunya Nationalpark und das Livingstone Museum besucht und eine Zambesi-Flussfahrt im Sonnenuntergang unternommen.

28.06. – 03.07.2007: Zweiter Aufenthalt in Lusaka

Den Abschluss unserer Fahrt bildete der zweite Aufenthalt in der Gossner Mission in Lusaka, der mit unterschiedlichen Projekten gefüllt war und einen vertiefenden Einblick in das Leben in einer afrikanischen Großstadt ermöglichte.

So besuchten wir die Christoffel-Blindenmission e.V. (CBM) und informierten uns über ihre Arbeit. Hierbei geht es um „Community-based Rehabilitation“. Dabei werden örtliche, gemeindenahe Rehabilitationshelfer ausgebildet, die Behinderte zu Hause und innerhalb ihrer Gemeinde mit Gesundheitsdiensten versorgen bzw. Krankenhäuser in ihrer Arbeit unterstützen. Diese Arbeit findet vor allem in den Compounds, den Slumgebieten statt.

Am Nachmittag erlebten wir den absoluten Gegensatz. Auf dem Programm stand der Besuch der Rhodes Park Secondary School, einer Privatschule. Nach den ärmlichen Verhältnissen am Vormittag wurde uns hier vor Augen geführt, was es heißt, wenn Geld vorhanden ist. Die Einrichtung der Schule lässt keine Wünsche offen und das Verhalten und Auftreten der Schüler erinnerte unsere SchülerInnen sehr an die Gegebenheiten zu Hause.

Der nächste Tag lag in den Händen von Jerry Miko, einem sambischen Künstler, der mit uns verschiedene Künstler und Kunstausstellungen besuchte und uns zu einem traditionellen Abschlussabend mit einheimischer Küche, Trommelworkshop und Lagerfeuer einlud. Wie so Vieles auf dieser Reise, wird uns auch dieser Abend lange und gut in Erinnerung bleiben.

Am vorletzten Tag unserer Reise fand ein Treffen mit dem Wasserkoordinator des ded (deutschen Entwicklungsdienst) statt. Hier wurden die Grenzen und Möglichkeiten von Projekten zur Verbesserung der Wasserversorgung an unseren Partnerschulen erörtert, die zumindest an der Mädchenschule sehr schlecht und unzuverlässig ist.

Zuletzt trafen wir uns noch einmal mit Mitarbeitern der YAZ und besuchten ein Ausbildungszentrum in einem Compound, wo es jungen Menschen ermöglicht wird verschiedene Berufsfelder zu erlernen (Tischler, Näherin, Gesundheitspfleger, ...) oder sich z.B. im Umgang mit Computern weiterzubilden.

Letztendlich war es eine Reise mit sehr vielen, aber auch sehr unterschiedlichen Eindrücken, die uns noch lange beschäftigen wird und die gezeigt hat, wie wichtig ein solcher Austausch ist, um das Leben der Menschen „am anderen Ende der Welt“ besser verstehen zu können.

 

 

Weitere Bilder der Reise

  • Montage der Module
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         Schüler aus dem neu gegründeten  “Solar-Club” beim Reinigen der Solarmodule

Die Sambiadelegation stellte den Ablauf der Besuchsreise 2007 am 22. August 2007 der Lokalpresse vor.

Stadtspiegel, 29. August 2007

Bericht in der Mitarbeiterzeitung “WIR” der Rütgers-Stiftung, Oktober 2007

 

Sambia-Delegation bei Thomas Gottschalk, 15.12.2007