Besuchsprogramm 2005

Am Montag, dem 27. Juni 2005 startete die Delegation unserer Schule zu einem Besuch der Schulen in Sambia. Mit im Reisegepäck waren für jede Schule 2 Koffer mit Experimentiermaterial zur Bearbeitung des Themas Photovoltaik im Unterricht.

Hier das Programm für die gesamte Reise sowie ein ausführlicher Reisebericht:

    Mo 27.06. Departure from Gladbeck

    Tu 28.06. Arrival at Lusaka Airport at 6.10 a.m.

    We 29.06. Visit at GTZ (Christoph Müller, Youth Advisor) and YAZ contact

    Th 30.06. Trip to Choma (7.00 bus), from there to Macha and Mapanza

    Fr 01.07. Welcome party

    Sa 02.07. Leisure time

    So 03.07. Sunday service

    Mo 04.07. Gladbeck girls in Mapanza (with overnight stay)

    Tu 05.07. Gladbeck girls in Mapanza (return in the afternoon)

    We 06.07. Attending classes

    Th 07.07. Solar energy project in Mapanza, visit of Macha Hospital

    Fr 08.07. Painting projects (dormitory, dining halls)

    Sa 09.07. Visit Bruce Miller game park

    Su 10.07. Sunday service, Gladbeck boys in Macha (overnight stay)

    Mo 11.07. Boys in Macha (return in the afternoon), Solar energy project in Macha

    Tu 12.07. Farewell party

    We 13.07. Trip to Livingstone by lift from Mapanza

    Th 14.07. Livingstone museum, Victoria Falls, Railway museum,

    Fr 15.07. Mosi oa tunya National park, Crocodile farm,

    Sa 16.07. Mukuni village, Mukuni park

    Su 17.07. Trip to Lusaka by coach

    Mo 18.07. Participating in YAZ projects

    Tu 19.07. Visit of CBM community based projects

    We 20.07. Visit of Rhodes Park School (accompanied by W. Simposya)

    Th 21.07. Visit of Naluyanda Project (Gossner Mission)

    Fr 22.07. Leisure time

    Sa 23.07. Departure from Lusaka Airport at 8.45 a.m.

 

Ausführlicher Reisebericht

Bericht über die internationale Begegnung

 

zwischen der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule Gladbeck und den Partnerschulen in Macha und Mapanza (Zambia)

vom 27.06. – 24.07.2005

 

 

TeilnehmerInnen:

 

  • Anika Ciuches (Schülerin)
  • Stefan Frece (Schüler)
  • Janine Mölter (Schülerin)
  • Marc Neuß (Schüler)
  • Katharina Strehlke (Schülerin)
  • Guntram Seippel (Lehrer)
  • Carmen Shuttleworth (Lehrerin)

 

Programmablauf:

 

  • 28.08. – 30.06.2005: Erster Aufenthalt in Lusaka (Gossner Mission)
  • 30.07. – 13.07.2005: Aufenthalt an den Partnerschulen
    • Macha Secondary School (Mädchen)
    • St. Mark´s Secondary School, Mapanza (Jungen)
    • 13.07. – 17.07.2005: Aufenthalt in Livingstone am David Livingstone College of Education
  • 17.07. – 23.07.2005: Zweiter Aufenthalt in Lusaka (Gossner Mission)

 

 

  • zu 1) 28.08. – 30.06.2005: Erster Aufenthalt in Lusaka
  • Unser Anfangsaufenthalt in den Gästehäusern der Gossner Mission bot uns einen sanften Einstieg in den sambischen Lebensalltag, bei dem wir durch Mitarbeiter der Mission liebevoll unterstützt wurden.
  • Am ersten Tag lernten wir die Gossner Mission und ihre nähere Umgebung kennen und wurden über die Arbeiten der Gossner Mission in Sambia informiert.
  • Der zweite Tag begann mit einem Treffen bei der GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit), an dem auch Mitarbeiter von YAZ (Youth Association of Zambia) teilnahmen. Wir erhielten Einblicke in die vielfältige Arbeit des deutschen Entwicklungsdienstes, dessen Vernetzung mit den Entwicklungsdiensten anderer europäischer Länder und die Möglichkeiten und Grenzen eines solchen Dienstes in einem Land wie Sambia. Danach besuchten wir das YAZ-Büro, wo wir über die Arbeit von YAZ informiert wurden, bevor wir mit einigen YAZ-Mitarbeitern den Zentralmarkt besuchten, wo uns die teilweise immense Armut in der Stadt vor Augen geführt wurde. Dies war nach all den theoretischen Informationen sicherlich eine für die weitere Fahrt sehr eindrucksvolle, bedrückende und prägende Erfahrung.

 

  • zu 2) 30.07. – 13.07.2005: Aufenthalt an den Partnerschulen

 

  • Wie bei jeder Fahrt unserer Schule war auch in diesem Jahr der zweiwöchige Aufenthalt an unseren Partnerschulen der zentrale Teil unserer Sambiareise. Nach der Busfahrt von Lusaka über Choma wurden wir an den beiden Schulen in Macha und Mapanza sehr herzlich begrüßt und von unseren Lehrer-Gastfamilien, die sich während unseres Aufenthalts rührend um uns kümmerten, liebevoll aufgenommen.
  • In den nächsten Tagen lernten wir die Schule und die nähere Umgebung kennen und besuchten einige Unterrichtsstunden. In diesen erfuhren wir vieles über das sambische Schulsystem und standen Rede und Antwort zu Themen wie Religion, Erziehung, Schulalltag, Politik, Lebensalltag in Deutschland, etc. Das Interesse der sambischen SchülerInnen war groß.
  • Ein Schwerpunkt unseres Arbeitseinsatzes war das Anstreichen von vier Speisesälen an der Jungenschule und eines Wohn-/Schlaftraktes an der Mädchenschule zusammen mit SchülerInnen beider Schulen. Das dazu notwendige Material (Farbe, Werkzeug) war vom Verein „Solidarität mit Sambia“, einem Lehrer-, Eltern- Schülerverein der IDG, der seit 1990 zur Unterstützung der Partnerschulen existiert, bereitgestellt worden. Die Arbeit hat Spaß und auch ein wenig stolz gemacht.
  • Einen weiteren Schwerpunkt bildete ein Photovoltaikprojekt, welches an der Mädchenschule mit zwei und an der Jungenschule mit drei Gruppen durchgeführt wurde. Im Rahmen des Technikunterrichts des 12. Jahrgangs der IDG wurde Experimentiermaterial entwickelt, welches das unterrichtspraktische Erlernen der Photovoltaiktechnik ermöglicht. Vier Koffer mit Experimentiermaterial konnten dank der finanziellen Unterstützung der Rütgers-Stiftung an die Partnerschulen überreicht werden. Ziel des Projektes ist es, die Partnerschulen mit der Photovoltaiktechnik vertraut zu machen, um langfristig eine etwas unabhängigere Energieversorgung der Schulen aufzubauen, da Stromausfälle in Sambia zum Alltag gehören. Das Projekt wurde sowohl von den SchülerInnen als auch von den LehrerInnen mit großem Interesse aufgenommen und soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.
  • Weiterhin haben wir uns intensiv um die Fortsetzung der Bettenbauprojekte an beiden Schulen bemüht, die Fortschritte begutachtet und Fragebögen zum Stand der Projekte bearbeitet. Auch hier sorgt der o.g. Schulverein für die notwendige finanzielle Unterstützung.
  • Selbstverständlich nahmen unsere SchülerInnen regelmäßig an den Freizeitaktivitäten der Schule teil, sie spielten Volleyball, Fußball und Karten mit den einheimischen SchülerInnen, hörten einheimische und westliche Musik oder zogen miteinander durch die nähere Umgebung.
  • Bei einigen weiteren Ausflügen, die die Schulen für uns anboten, lernten wir den dörflichen Lebensalltag näher kennen und setzten uns mit Problemen der Wasserversorgung und der Landwirtschaft auseinander, machten uns den Unterrichtsalltag der Dorfschulen klar und erfuhren vieles über die Probleme des Gesundheitswesens, z.B. bei der Malariabekämpfung, beim Besuch einer Klinik.
  • Wechselseitige Besuche mit einer jeweiligen Übernachtung an der Jungen- bzw. der Mädchenschule ermöglichten den SchülerInnen die jeweils andere Schule besser kennen zu lernen, was als Bereicherung empfunden wurde.
  • Gemeinsame Feiern zu Beginn und am Ende rundeten diesen Besuch „bei Freunden“ ab.
  •  

    zu 3) 13.07. – 17.07.2005: Aufenthalt in Livingstone

  • Der knapp fünftägige Aufenthalt am David Livingstone College of Education (DLCE) gehört seit langem fest zum Programm unserer Reisen. Die regelmäßigen Besuche unserer Delegationen haben dazu geführt, dass auch zwischen dem DLCE und unserer Schule eine freundschaftliche Beziehung entstanden ist.
  • Wir haben uns ausführlich mit dem landwirtschaftlichen Betrieb des Colleges, in den alle Studenten verpflichtend einbezogen sind, auseinandergesetzt. Das College ist in der Lage, sich durch den eigenen Landwirtschaftsbetrieb fast komplett selbst zu versorgen und durch den Verkauf von Überschüssen noch gewisse Einnahmen zu erwirtschaften. Zudem haben wir uns verschiedene Arbeitsbereiche angesehen, so die Holz- und Metallwerkstatt, die Schneiderei und den hauswirtschaftlichen Bereich. Hinzu kam ein gemeinsamer Gottesdienst mit Lehrern und Studenten des DLCE.
  • In Livingstone durften dann aber auch einige touristische Höhepunkte nicht fehlen, bei denen uns immer Lehrer des DLCE begleitet haben. So haben wir die Victoria-Fälle, eine Krokodilfarm, den Mosi oa Tunya Nationalpark und das Livingstone Museum besucht und eine Zambesi-Flussfahrt im Sonnenuntergang unternommen.

 

  • zu 4) 17.07. – 23.07.2005: Zweiter Aufenthalt in Lusaka

 

  • Den Abschluss unserer Fahrt bildete ein einwöchiger Aufenthalt in der Gossner Mission in Lusaka, der mit unterschiedlichen Projekten gefüllt war und einen vertiefenden Einblick in das Leben in einer afrikanischen Großstadt ermöglichte.
  • Zunächst haben wir mit Mitarbeitern von YAZ eine Primary School in einem Compound besucht und die Schwierigkeiten einer solchen Schule kennen gelernt. Bei etwa 50 Schülern pro Klasse fehlten nicht nur Unterrichtsmaterialien, sondern auch ausreichende Sitz- und Arbeitsmöglichkeiten, so dass die Schüler zum Teil auf dem Boden saßen. Bemerkenswert war dabei die Freude und die Freundlichkeit, mit denen uns die Schüler begegneten.
  • Weitere Projekte, mit denen wir uns auseinander setzten, lagen in den Händen der Christoffel-Blindenmission e.V. (CBM). In beiden Projekten geht es um „Community-based Rehabilitation“. Dabei werden örtliche gemeindenahe Rehabilitationshelfer ausgebildet, die Behinderte zu Hause und innerhalb ihrer Gemeinde mit Gesundheitsdiensten versorgen. Zunächst haben wir Helfer auf ihrem Rundgang durch den Compound begleitet und mehrere Familien mit behinderten Kindern besucht. Dabei konnten wir den Helfern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen, was vor allem wegen der häufig extrem ärmlichen Verhältnissen in den Familien nicht sehr einfach war. Dies hat sich bei uns allen sehr eingeprägt.
  • Am Nachmittag fuhren wir dann in das von CBM mit Unterstützung des Lions-Clubs gebaute, toll ausgestattete Augenhospital, in dem u.a. jährlich über 600 Augenoperationen (vor allem Operationen des sehr verbreiteten grauen Stars) durchgeführt werden. Diese Patienten sind oft bereits zuvor in ambulanten „Eye Clinics“ in den Compounds behandelt worden. Nach einem ausführlichen Rundgang durch das Hospital konnten wir uns verschiedene Arbeitsbereiche intensiver ansehen und ausführlich Fragen stellen.
  • Am nächsten Tag erlebten wir den absoluten Gegensatz. Auf dem Programm stand der Besuch der Rhodes Park Secondary School, einer Privatschule. Nach den ärmlichen Verhältnissen am Vortag wurde uns hier vor Augen geführt, was es heißt, wenn Geld vorhanden ist. Die Einrichtung der Schule lässt keine Wünsche offen und das Verhalten und Auftreten der Schüler erinnerte unsere Schüler sehr an die Gegebenheiten zu Hause. Nach einzelnen Unterrichtsbesuchen besuchten wir zusammen mit Lehrern und Schülern der Schule noch die Universität und das Universitätsklinikum.
  • Unser vorletzter Tag war dem Naluyanda Integrated Project (NIP) gewidmet. Das NIP ist ein Missions- und Solidaritätsprojekt der Gossner Mission mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensbedingungen im dörflichen Großraum Naluyanda (24 Dörfer mit 18.000 Einwohnern) in der Nähe von Lusaka durch Beratung und Mitarbeit.
  • Wir wurden von dem Projektkoordinator ausführlich in die wesentlichen Projektziele und – elemente eingeführt und dann beim Besuch einer Grundschule, der ländlichen Klinik und des Gemeinschaftszentrums begleitet.
  • Am Abend erfolgte zusammen mit Christoph Müller von der GTZ ein Auswertungsseminar, in dem wir nochmals viele Fragen stellen, Eindrücke einordnen, und Probleme klären konnten.
  • Der letzte Tag lag in den Händen von Jerry Miko, einem ortsansässigen Künstler, der mit uns verschiedene Künstler und Kunstausstellungen besuchte und uns zu einem traditionellen Abschlussabend mit einheimischer Küche, Trommelworkshop und Lagerfeuer einlud. Wie so vieles auf dieser Reise, wird uns auch dieser Abend lange und gut in Erinnerung bleiben.